Heinz Lohmann

1934 2001

Die Vita von Heinz Lohmann spiegelt ein umfangreiches künstlerisches Leben wider. 1934 wurde er in Gevelsberg geboren; er studierte Orgel bei Prof. Dr. Michael Schneider an der Nordwestdeutschen Musikakademie in Detmold. 1958, nach bestandener A-Prüfung, übernahm er seine erste Tätigkeit in Wolfsburg. Dort lernte er seine spätere Frau kennen, die ihm in vielen Jahren als Registrantin und zugleich wichtigste Mitarbeiterin zur Seite stand.

1960 bis 1961 bildete er sich in Paris in privaten Studien bei Gaston Litaize weiter. Wieder in Deutschland, versah er bis 1971 eine Stelle als Kantor an der Christuskirche in Düsseldorf. Im gleichen Jahr wechselte er nach Berlin an die Kirche Zum Heilsbronnen mit der bekannten Schuke-Orgel, an der er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1998 blieb. In vielen Jahren führte er die Tradition dieser Kirche, als kultureller Mittelpunkt der Berliner Musikszene, fort. Heinz Lohmanns künstlerische Schwerpunkte bildeten regelmäßige Konzerte mit Werkzyklen, u. a. von Rheinberger, Bach und Reger. Erinnert sei an die zwischen 1980 und 1985 regelmäßig stattfindenden 70 Berliner Bachstunden. Sie umfassten die gesamte solistische Kammermusik, sowie die wichtigsten Kompositionen für Orgel und Cembalo. 1981 spielte er die erste Berliner Gesamtaufführung der Kunst der Fuge auf dem Cembalo.

Durch seine interpretatorischen Fähigkeiten an der Orgel und zeitweise am Cembalo erhielt er Einladungen zu Orgelkonzerten, die ihn in fast alle europäischen Länder, nach Amerika, Osteuropa und Israel führten. Während dieser Tourneen hielt er häufig Vorträge. Neben dieser vielfältigen Konzertaktivität erfolgten umfangreiche Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen. Diese vergriffenen Aufnahmen werden nun z. T. als CD wieder aufgelegt.

Nicht nur in der Praxis leistete er Bedeutendes. Nach musikwissenschaftlichen Studien gab er quellenkritische Neuausgaben der Orgelwerke von Bach, Walther, Zachow sowie der Violinkonzerte von Haydn heraus; des weiteren verfasste er das "Handbuch der Orgelliteratur" sowie zahlreiche Artikel in in- und ausländischen Fachzeitschriften. Seit 1982 wandte er sich intensiv der kompositorischen Tätigkeit zu. Mehrere deutsche Verlage brachten seine Werke heraus.

Heinz Lohmann hat sich in seinen letzten Lebensjahren verstärkt der Veröffentlichung seiner Einspielungen gewidmet, da ihm aktives Spielen aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich war. Die CD "Heinz Lohmann spielt Rheinberger" ist sein letztes Projekt, an dem er gearbeitet hat, dessen Vollendung und Veröffentlichung er jedoch nicht mehr erlebte.



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